16:37 – Zur Erläuterung: Im Krieg wurden chemische Langzeitzünder mit dem Ziel verbaut, dass die Bomben erst einige Zeit nach dem Aufschlag explodieren. Der Zünder enthält einen federvorgespannten Schlagbolzen. Dieser wird durch Zelluloidplättchen in seiner Lage gehalten. Eigentlich sollte eine chemische Substanz in einer kleinen Glasampulle nach dem Abwurf diese Plättchen zersetzen, sodass der vorgespannte Bolzen auslöst und die Sprengung herbeiführt. Dies sollte erst einige Zeit nach dem Abwurf geschehen. Ziel war es, dass diese Bomben möglichst dann Schaden einrichten, wenn nach ersten Abwürfen anderer Bomben Helfer vor Ort sind. Der beschriebene Prozess kann jedoch bei Blindgängern auch 80 Jahre später noch in Gang gesetzt werden, wenn die Plättchen zerstört werden, beispielsweise, weil man die Bombe bewegt oder auch, weil diese Plättchen inzwischen sehr alt und möglicherweise porös sind. Deshalb ist hier höchste Vorsicht geboten und deshalb werden Bomben mit chemischen Langzeitzündern gesprengt.